Nacht-Konzert
Keine Tageszeit ist häufiger musikalisch gestaltet worden als die Nacht. Ein „Notturno“ war anfangs nur eine nachts im Freien gespielte Unterhaltungsmusik, bis John Field um 1814 das gleichnamige Charakterstück für Klavier erfand, das eine Nachtstimmung in Klang überführt. Notturni entstanden bald auch für andere Besetzungen und erfreu(t)en sich noch bei Komponist*innen des 20. und 21. Jahrhunderts großer Beliebtheit, wie die drei Werke zeigen, die das Quatuor Zaïde für seine musikalische Reise durch die Nacht ausgewählt hat. Vom vor 70 Jahren begonnenen Quartetterstling des vor 100 Jahren geborenen György Ligeti über das vor 50 Jahren in Angriff genommene einzige Streichquartett des vor 10 Jahren gestorbenen Henri Dutilleux bis zum erstmals in Österreich zu hörenden Stück von Emma O’Halloran ist dies zugleich eine Reise durch knapp 65 Jahre Musikgeschichte.
Emma O’Halloran (* 1985)
Dying is a Wild Night für Streichquartett (2017) [Österreichische Erstaufführung]
György Ligeti (1923–2006)
Streichquartett Nr. 1 (Métamorphoses nocturnes) (1953–54)
Henri Dutilleux (1916–2013)
Ainsi la nuit für Streichquartett (1973–76)
Quatuor Zaïde
Charlotte Maclet | Violine
Leslie Boulin Raulet | Violine
Sarah Chenaf | Viola
Juliette Salmona | Violoncello